Grußwort des Oberbürgermeisters der Großen Kreisstadt Pirna

Sehr geehrte Damen und Herren, werte Pirnaerinnen und Pirnaer, liebe Mitglieder und Freunde des CSD Pirna,

Klaus-Peter Hanke, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Pirna

Pirna ist die Stadt, die sich traut! Und zwar nicht nur traut, ganz frei, gleichberechtigt, selbstbestimmt und dabei trotzdem vollkommen gesetzestreu, die Regenbogenfahne zu hissen, sondern auch – und das ist einmalig für den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und andere Kreisstädte unserer Größe – dank dem CSD Pirna e.V. ein Begegnungszentrum für Homo-, Trans- und Intersexuelle zu eröffnen und ihnen damit – sieben Jahre nach dem ersten Christopher Street Day in Pirna – eine noch stärkere Präsenz und Interessenvertretung zu schaffen. In den letzten Monaten hat die Eröffnung des Begegnungszentrums die Initiatoren viel Arbeit und Kraft gekostet, die mit Sicherheit entlohnt wird. Ich bin zuversichtlich, dass das Angebot an Beratung, Unterstützung und vereinsübergreifender Zusammenarbeit des Szenetreffs auf gute Resonanz treffen wird. Den Initiatoren gilt großer Dank verbunden mit den besten Wünschen für die Etablierung des Begegnungszentrums. Ausgangspunkt aber bleibt der Christopher Street Day, der es schafft, jedes Jahr mehr Menschen anzulocken, die mitfeiern und somit für ein weltoffenes

und tolerantes Pirna einstehen. Das ist stark! Und das ist auch das diesjährige Motto: „Stark durch Vielfalt“, das zum CSD Pirna und seiner Stadt passt. Die Stadt Pirna ist ein vom Anliegen des Vereins überzeugter Partner, dessen Mitglieder sich mit viel kreativem Engagement für die Rechte sexueller Minderheiten einsetzen. Im Jahr der 785-jährigen Ersterwähnung Pirnas findet der CSD bereits zum 7. Mal statt – in Folge! Und mitten in Pirna auf dem Marktplatz. Die Stadt Pirna versteckt sich nicht hinter politischen Zustimmungsbekundungen, denn es gilt: Vielfalt muss sichtbar sein. Mit Vielfalt meinen wir keine abstrakte Größe, die wir mantrisch vor uns herpredigen, um einen guten Eindruck zu schinden, die aber Halt macht vor der eigenen Haustür. Der CSD Pirna e.V. zählt in Pirna zu den festen Größen in der Vereinslandschaft und seine vielfältigen Aktivitäten zum Veranstaltungskanon. Für diesen – unseren – Weg möchte ich auch Sie, liebe Leser, begeistern und um Unterstützung werben. Schwärmen Sie aus als Botschafter oder engagieren Sie sich direkt im CSD Pirna e.V. Schon jetzt bin ich gespannt auf die Eröffnung des neuen Begegnungszentrums und vor allem auf den diesjährigen Christopher Street Day. Beiden wünsche ich viele Besucher und viel Erfolg.

Ihr Klaus-Peter Hanke
Oberbürgermeister Pirna

Artikel aus der Sächsischen Zeitung

Aus der Sächsischen Zeitung vom 02.02.2018:

Neuer Treff für Homosexuelle

Der Verein „CSD Pirna“ eröffnet ein Begegnungszentrum auf der Langen Straße. Es erfüllt gleich mehrere Funktionen.

Pirna. In Pirna gibt es jetzt eine neue Anlaufstelle für Homosexuelle. Der Verein „CSD Pirna“ betreibt seit Donnerstag einen Treff im Haus Lange Straße 43. Er läuft offiziell unter dem Namen „Begegnungszentrum zur Förderung sexueller und geschlechtlicher Vielfalt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge“. Wegen des sperrigen Namens kürzen die Macher der Einfachheit halber den Namen schlicht mit „BZ“ ab. Nach Auskunft von CSD-Vereinschef Christian Hesse erfüllt das Begegnungszentrum mehrere Funktionen. In erster Linie diene der Raum als Anlaufstelle für Schwule und Lesben, ganz besonders auch für geflüchtete Homosexuelle, die hier ihre Neigungen offener ausleben können als in ihren Herkunftsländern. „Die Menschen können sich hier in einem geschützten Raum treffen und sich, wenn gewünscht, sogar anonym beraten lassen, beispielsweise zum Thema Aids“, sagt Hesse.

Und der Treff ermöglicht auch, dass Gleichgesinnte Erfahrungen austauschen können. Vor einem Jahr hatte der Verein begonnen, das Projekt zu entwickeln, bei dem die Pirnaer mit dem Dresdner Verein „Gerede“ kooperieren. Seit 1. Februar ist die Anlaufstelle in Betrieb, sie öffnet zunächst an zwei Wochentagen, dienstags und donnerstags jeweils von 9 bis 16.30 Uhr. „Wir wollen erst einmal testen, wie der Treff angenommen wird“, sagt Hesse. Stößt die Anlaufstelle wie erhofft auf große Resonanz, will der Verein die Öffnungszeiten ausweiten. Ratsuchende können aber auch jetzt schon Termine außerhalb der Öffnungszeiten vereinbaren. Offiziell eröffnet wird das Begegnungszentrum am 5. März, ab 13 Uhr, Gäste sind unter anderem Pirnas OB Klaus-Peter Hanke sowie Sachsens Gleichstellungsministerin Petra Köpping.